Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Armut endlich den Kampf ansagen

Fast jeder dritte Erwerbslose in Deutschland kann sich nicht regelmäßig eine vollwertige Mahlzeit leisten. "Armut ist in Deutschland kein Randphänomen, sondern zieht sich quer durch die Bevölkerung", stellt Sabine Zimmermann klar und fordert von der Bundesregierung "ein umfassendes Konzept zur Armutsbekämpfung".
 
Fast jede/r dritte (30,4 Prozent) konnte es sich im Jahr 2017 nicht leisten unerwartete Ausgaben in Höhe von 1.000 Euro aus eigenen Finanzmitteln zu bestreiten. In absoluten Zahlen betraf dies 20,83 Millionen Personen (Personen ab 16 Jahren).

Ferner konnten 5,14 Millionen Personen es sich 2017 nicht leisten jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit einzunehmen (7,5 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren), bei erwerbslosen Menschen war es sogar fast jeder dritte (30,3 Prozent).  

15,8 Prozent, 10,87 Millionen Personen ab 16 Jahren, kann es sich nicht leisten, jährlich eine Woche Urlaub woanders als zu Hause zu verbringen.  

Dies geht aus der Sonderauswertung zur materiellen Entbehrung EU-SILC 2017 hervor, die von der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann beim Statistischen Bundesamt angefragt wurde. Die Sozialexpertin der Fraktion DIE LINKE erklärt dazu: "Was für viele selbstverständlich ist, ist für eine große Gruppe von Menschen unbezahlbar. Armut ist in Deutschland kein Randphänomen, sondern zieht sich quer durch die Bevölkerung. Arm trotz Arbeit, Altersarmut und Verarmung von Erwerbslosen sind an der Tagesordnung. Das muss die Bundesregierung endlich erkennen und ein umfassendes Konzept zur Armutsbekämpfung vorlegen. Dazu gehört die Rahmenbedingungen für gute Arbeit zu schaffen: unter anderem Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro die Stunde, Abschaffung systematischer Niedriglohnbeschäftigung in Form der Leiharbeit und die Streichung der Möglichkeit der sachgrundlosen Befristung. Zudem muss die soziale Sicherung bei Erwerbslosigkeit existenzsichernd ausgestaltet werden. Hartz IV muss durch eine sanktionsfreie Mindestsicherung ersetzt werden. Die gesetzliche Rente muss gestärkt und armutsfest gemacht werden, unter anderem muss das Rentenniveau wieder auf 53 Prozent erhöht, die Kürzungsfaktoren gestrichen und die Rente erst ab 67 abgeschafft werden. Eine Solidarische Mindestrente ist einzuführen."